Günstiger Strom für Wärmepumpen: Worauf es wirklich ankommt
Der günstigste Arbeitspreis ist nicht automatisch der günstigste Tarif. Wir zeigen, welche Kostenbestandteile beim Wärmepumpenstrom zählen und wie Sie Angebote für Ihre Postleitzahl sauber gegenüberstellen.
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Messart wählen, Postleitzahl und Verbrauch eingeben, Tarife vergleichen.
Woraus besteht der Preis für Wärmepumpenstrom?
Der Preis für Strom setzt sich aus der Energiebeschaffung, den Netzentgelten und den Steuern und Abgaben zusammen. Bei Wärmepumpenstrom sind die Netzentgelte häufig reduziert, wenn die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung geführt wird. Die Grafik zeigt das Prinzip, sie enthält bewusst keine Preise.
Dazu kommen je nach Tarif ein monatlicher Grundpreis und, bei eigenem Zähler, Kosten für den Messstellenbetrieb. Erst die Summe aus allen Posten ergibt die Kosten pro Jahr.
Günstiger Wärmepumpenstrom: Darauf sollten Sie achten
- Gesamtkosten pro Jahr für Ihren Verbrauch, nicht nur den Preis pro kWh.
- Grundpreis und Zählerkosten: Ein niedriger Arbeitspreis kann durch einen hohen Grundpreis aufgezehrt werden.
- Preisgarantie und Laufzeit: Eine Preisgarantie schützt vor Erhöhungen. Die Verbraucherzentralen empfehlen, sich in etwa für ein Jahr zu binden.
- Bonus: Neukundenboni senken die Kosten im ersten Jahr, gelten aber oft nur einmal. Prüfen Sie den Preis auch ohne Bonus.
- Ökostrom: Wenn Sie die Wärmepumpe mit erneuerbarem Strom betreiben möchten, filtern Sie nach Ökostrom. Mehr dazu unter Wärmepumpe und Ökostrom.
Aufgepasst bei gemeinsamer Messung
Bei gemeinsamer Messung, also einem Zähler für Haushalt und Heizung, können zusätzliche Kosten entstehen, wenn ein Anbieter sogenannte Ausgleichsmengen verwendet. Die Verbraucherzentrale NRW nennt als Beispiel: Bei 28 Cent pro kWh im Hochtarif und 21 Cent im Niedertarif ergeben 1.000 kWh Ausgleichsmenge 70 Euro im Jahr mehr. Im Durchschnitt rechnet die Verbraucherzentrale mit 50 bis 100 Euro Zusatzkosten. Rechnen Sie solche Posten zu den ausgewiesenen Kosten hinzu.
Hat Ihre Wärmepumpe einen eigenen Zähler, wählen Sie im Vergleich „Getrennte Messung“. Dort gibt es meist mehr Tarife und keine Ausgleichsmengen.
Kennen Sie Ihren Verbrauch?
Für einen guten Vergleich brauchen Sie Ihren Jahresverbrauch. Im Einfamilienhaus liegt er bei Wärmepumpen typischerweise bei etwa 3.000 bis 6.000 kWh, je nach Gebäude, Dämmung und Effizienz. Ihren genauen Wert lesen Sie auf der letzten Jahresabrechnung ab. Fehlt eine vollständige Abrechnung, lassen sich Verbräuche einzelner Monate auf das Jahr hochrechnen.
Mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) können Sie den Verbrauch auch abschätzen: Jährlicher Wärmebedarf geteilt durch JAZ ergibt den Stromverbrauch.
So gehen Sie vor
- 1Messart wählen
Getrennte Messung (eigener Zähler) oder gemeinsame Messung (ein Zähler mit HT und NT).
- 2Verbrauch und Postleitzahl eingeben
Tragen Sie HT und NT aus Ihrer Abrechnung ein. Der Ort wird automatisch angezeigt.
- 3Tarife nach Gesamtkosten vergleichen
Prüfen Sie die Kosten pro Jahr, Laufzeit, Preisgarantie und Bonus, dann wählen Sie Ihren Tarif.
Ein Rechenbeispiel: Arbeitspreis allein täuscht
Zwei erfundene Tarife zeigen, warum der Arbeitspreis allein nicht reicht. Bei 4.500 kWh Jahresverbrauch kostet Tarif A mit 21 ct/kWh und 100 Euro Grundpreis im Jahr insgesamt 1.045 Euro (945 Euro plus 100 Euro). Tarif B mit 23 ct/kWh und 40 Euro Grundpreis kostet 1.075 Euro (1.035 Euro plus 40 Euro). Der Tarif mit dem höheren Arbeitspreis ist hier trotzdem nur wenig teurer, bei geringerem Verbrauch könnte er sogar günstiger sein.
Das Beispiel ist frei erfunden und zeigt nur das Rechenprinzip. Es sind keine echten Tarife.
Der richtige Zeitpunkt zum Wechseln
- Nach einer Preiserhöhung: Sie haben ein Sonderkündigungsrecht, siehe Wärmepumpenstrom wechseln.
- Zum Ende der Vertragslaufzeit, damit Sie keine Frist verpassen.
- Nach dem Einbau einer neuen Wärmepumpe, weil dann reduzierte Netzentgelte möglich sind.
Häufige Fragen
Was kostet 1 kWh Strom für Wärmepumpen?
Wann lohnt sich ein eigener Wärmepumpentarif?
Lohnt sich ein Bonus?
Was ist besser: Preisgarantie oder niedriger Preis?
Gilt der Preis im Vergleich auch für meine Adresse?
Wie finde ich günstigen Strom für meine Wärmepumpe?
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Quellen und weiterführende Informationen
- Verbraucherzentrale NRW: Nachtspeicherheizung, Wechsel des Stromtarifs kann Geld sparen (Stand 21.10.2024)
- Finanztip: Untersuchung zu Heizstrom für Nachtspeicherheizung und Wärmepumpe
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen und Netzentgelte (§ 14a EnWG)
- CHECK24 Ratgeber: Stromverbrauch einer Wärmepumpe und Jahresarbeitszahl
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben dienen der Information und sind ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Anbieters und Ihres Netzbetreibers. Preise und Regeln ändern sich, den aktuellen Stand zeigt der Tarifvergleich.
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